Mittlerweise ein Klassiker: Die 100 Lines von Samy Deluxe auf dem Splash. Dieses mal in Form eines offenen Briefes an die “Liebe deutsche Rap Szene”. Ich weiß nicht, ob es überhaupt 100 Lines sind, aber bei über fünf Minuten Dauer, gehe ich mal davon aus, dass es dem recht nah kommt.
Auf jeden Fall -- wie immer -- sehr gut. Ob Freestyle oder nicht sei dahin gestellt. Sicher ist allerdings, dass der Text vielen, die (subjektiv) guten Hip-Hop mögen, aus der Seele spricht.
Zudem merkt man, dass Samy erwachsen geworden ist, viel nachdenkt und auch viel zu sagen hat.
Zum Schluß noch ein Zitat aus seinem Buch (, das ich mittlerweile zuende gelesen habe):
Manchmal denke ich, dass Deutschland bei der verzweifelten Suche nach dem Superstar lauter gute Bäcker, talentierte Maler, engagierte Mechaniker, Klemptner, Programmierer oder Lehrer verliert. Ich weiß, dass ich nicht backen kann, dass ich ein ziemlicher Computer-Loser bin und dass ich als Heimwerker kläglich versage. Ich bin also auf die Hilfe von Fachleuten angewiesen, die ich immer wieder bewundere, weil sie ohne Probleme meinen Abfluss frei bekommen, mein WLAN einrichten oder die leckersten Brötchen der Stadt herstellen. Was passiert, wenn die alle anfangen, Tanzunterricht oder Gesagsstunden zu nehmen, wenn sie nur noch an ihrem TV-Konzept basteln oder Gedichte schreiben?
vgl. Samy Deluxe -- Musik, um durch den Tag zu kommen
Schlagworte: Buch, Festival, Konzert, Samy Deluxe