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Florida & 70.000 Tons Of Metal 2013

Wow! Das war mal ein Festival der anderen Art: Echte Betten, ein eigenes Bad, ordentliches Essen, kühles Bier und traumhaftes Wetter.

Außerdem natürlich die Möglichkeit, die Musiker hautnah zu erleben und ein Stück weit hinter die Kulissen zu blicken.

Hört sich irgendwie nicht nach einem „echten“ Festival an? Stimmt, aber das ist auch weder der Anspruch des Veranstalters noch war es meiner, als ich die Kreuzfahrt buchte. 70.000 Tons Of Metal sind in erster Linie Tage, an die sich jeder Passagier noch lange — wenn nicht sogar ewig — erinnern wird. Dass das ganze auf Kosten „echten“ Festival-Flairs geht, ganz ohne Matsch, Gestank und Schlafentzug, war für mich hinnehmbar.

Schon alleine die Tatsache, dass man Ende Januar dem eisigen deutschen Winter entfliehen kann und im 25 – 30°C warmen Paradies landet, ist ein Grund, jedes Jahr erneut über die Buchung einer Kabine nachzudenken. Hinzu kommen die (größtenteils) tollen Bands, denen man ansieht, wie sehr sie sich freuen, Teil dieses Festivals auf hoher See zu sein.

Eines meiner persönlichen Highlights war die Jam-Session, bei der sich die Musiker verschiedener Bands in der Bar zusammenfinden und bekannte Metal- und Hard-Rock-Hymnen schmettern. Besonders toll war „Breaking The Law“, gesungen von Doro (im Original natürlich von Judas Priest). Denn dieses Cover (zu finden auf dem „Classic Daimonds“-Album) erhoffe ich mir bei jedem Doro-Auftritt — doch leider spielt Frau Pesch es nur selten.

Auch sehr toll war Vika Goes Wild. Eine junge Pianistin, die Metal-Songs auf dem Klavier nachspielt. Sie saß immer mal wieder an einem der Flügel und Pianos an Bord und gab ein paar Songs zum besten. Eine wirklich nette Abwechslung zu den etwas härteren Auftritten auf den drei Bühnen.

Einer der wohl entscheidensten Gründe, weshalb ich mich zu dieser Reise entschieden habe, war der Auftritt von Rage mit dem Lingua Mortis Orchestra. Seit ich das Album kenne, wollte ich die Kombi live sehen. Und ich muss sagen: Sensationell! Die Songs passen unglaublich gut. Und das ohne, dass die zusätzlichen Musiker den Charakter der Songs zu stark verändern oder die harten Klänge der Gitarre und Drums die klassischen Instrumente übertönen. Einfach genial!

Doch auch der Urlaub um die Kreuzfahrt herum war sehr schön. Wir landeten zwei Tage vor dem Auslaufen der „Majesty Of The Seas“ in Miami und konnten uns so noch etwas aklimatisieren, bevor es los ging. Und „aklimatisieren“ heißt in diesem Fall schon einmal die ersten amerikanischen Burger und die ersten amerikanischen sowie nicht-amerikanischen Bier ähnlichen Getränke austesten. Nebenbei durfte man sich noch über eine Temperatursteigerung von etwa 30°C freuen.

Schon am zweiten Abend machten wir Bekanntschaft mit einem netten alten Liverpooler, der in München zu einem wohlhabenden Autohändler wurde. Jetzt wohnt er in Florida, besitzt ein paar Bars und vermisst u.a. die deutsche Blutwurst. Zumindest der letzte Teil seines Plans hört sich ganz gut an (nein, nicht das Blutwurst vermissen! Okay, auch…) — ich denke wenn das Wetter mich hier weiterhin so nervt, mache ich ihm das einfach nach!

Nach der Kreuzfahrt war erst einmal totale Entspannung angesagt. Gammeln am Strand, Trip an Floridas Westküste, Sonne, Meer, Barbeque und Cocktails am Strand genießen. Einfach mal (fast) nichts tun. Die obligatorischen Shopping-Mall-Bummel durchziehen, um die Gaderobe etwas aufzufrischen. Und schon war die schöne Zeit auch schon wieder vorbei und es ging zurück in die besch…eiden kalte Heimat. Auch das dritte Jahr in Folge war Florida kein bisschen langweilig!

Bis bald 70.000 Tons — ich hoffe das war nicht das letzte Mal.

2013-02-09 12.28.51

70.000 Tons Of Metal

Gleich ist es endlich soweit: Wir (also Kai, ich und 1998 andere Metal-Fans) stechen in See.

image Die Route führt von Miami über die Turks & Caicos Islands zurück nach Miami.

Außer den 2000 Verrückten und der Crew sind auch noch die Musiker von 40 Metal-Bands an Bord. (Oder vielleicht sind die bei den 2000 Personen auch schon dabei.)

Auf jeden Fall stehen die Chancen gut, den ein oder anderen etwas unmittelbarer kennenzulernen als auf diversen „normalen“ Konzerten.

Kurzum: Ich bin gespannt, was uns erwartet und freue mich auf die nächsten 5 Tage!

Ahoi!

Nette Videos

Pünktlich vor Wacken 2011 gibt’s noch einmal etwas Rap hier. Hauptsächlich wegen der gelungenen Videos – nicht dass die Musik schlecht wäre, aber ist wie immer Geschmackssache.

  1. Bad Meets Evil – Fast Lane
  2. Samy Deluxe – Poesie Album

Vorab für alle, die sich wundern, dass ich hier keine YouTube-Videos verlinke: Fast Lane gibt’s für alle aus Deutschland dank der GEMA nicht zu sehen (ich weiß, hidemyass.com hilft – aber das Verlinken ist dann trotzdem ungeschickt) und zu Poesie Album gibt’s dort auch kein offizielles Video.

Nun ganz kurz noch ein Statement zu den Clips selbst:

Eminem und Royce Da 5’9“ kommen etwas – ich nenn’s mal – „amerikanischer“ daher: Glänzender, mit mehr Action, mehr Bling, und so weiter. Bei Samy Deluxe erscheint mir alles etwas durchdachter und stimmiger. Vor allem wenn man sieht, dass die komplette Promo für sein neues Album Schwarzweiss farblos daher kommt. Ich habe zuerst das Video von Bad Meets Evil gesehen und fand es gut, weil es nicht alltäglich ist – kein 08/15-Standardvideo. Als ich dann eine Weile später Samys Poesie Album sah, erinnerte es mich sofort an Fast Lane. Ich denke, weil in beiden Fällen viel mit Schrift gearbeitet wird. Keine Ahnung, ob sich Samy von Eminem (bzw. Samys Regisseur von Eminems) inspirieren ließ, ich finde auf jeden Fall, dass beide Clips sehr sehenswert sind. Also hier auch an alle Nicht-Hip-Hop-Hörer: Anschauen lohnt sich!

Zum Schluss noch etwas Werbung für die beiden Alben:

Hell: The Sequel von Bad Meets Evil (also Eminem und Royce Da 5’9“) und Schwarzweiss von Samy Deluxe.

„In meinem iPod rotiert dieser Friedrich Kautz“

Weil in allen Medien die, die für uns alle stehen
weitgehend hohle Scheiße reden
hat Rap in D kein leichtes Leben
findet nur statt im Fernsehen
als Skandal mit seichten Themen
was wieder Grund gibt, sich für seinen Job am Mic zu schämen
und genau deswegen: Bin ich der Beweis dagegen

So ist es: Rap hat in Deutschland einen schweren Stand. Und das hat auch einen ganz einfachen Grund: Er ist größtenteils schlecht! Klar klingen diese Textzeilen arrogant… aber Prinz Pi, mit bürgerlichem Namen Friedrich Kautz, hat Recht. In meinen Augen auch damit, dass er der Beweis dagegen ist. Im gleichnamigen Song nennt er außer sich auch noch viele weitere Deutsch-Rapper, die seiner Meinung nach belegen, dass Sprechgesang auf Deutsch nicht immer niveaulos und flach sein muss. Es gibt neben dem tot gehörten, anstrengenden, oft lächerlichen, wenig abwechslungsreichen „Gangster-Rap“ viele interessante Stile. Casper, Dendemann, Jan Delay, Samy Deluxe, K.I.Z., Blumentopf und nicht zuletzt Pi beweisen, dass es auch anders geht. Mit Einflüssen aus allen möglichen anderen Musikrichtungen – aus Reggae, Funk oder Rock. Mit lustigen, übertriebenen, karikierenden, improvisierten oder auch bewegenden, lyrischen Texten.

Klar, es ist immer noch Hip-Hop. Also wer dem Genre einfach nicht aufgeschlossen ist, wird es schwer haben, sich damit anzufreunden. Aber wer Interesse an guter Musik hat, egal aus welcher Richtung, der wird mir mit Sicherheit bei dem ein oder anderen der oben genannten Künstler zustimmen. Ich finde ein Zitat von Samy Deluxe, aus seinem Buch „Dis wo ich herkomm“ lässt sich gut auf dieses Thema übertragen: „Wenn man mich fragt, waren und sind die hübschesten Frauen stets ein Mix. Also ist es offensichtlich, dass es ein […] Vorteil ist, wenn sich die Rassen mischen, für mich zumindest.“ Oder um es mit den Worten der Beginner zu sagen: „Wer Hip-Hop macht aber nur Hip-Hop hört, betreibt Inzest!“

Das Schlusswort des eingangs erwähnten Albums „Rebell ohne Grund“ klingt noch lange nach und ist so – finde ich – quasi prädestiniert für das Ende dieses Posts.

Ich knall‘ die Tür zu: Tschüss deutscher Rap!
Hallo Musik… Ich bin da. Vielen Dank für die Einladung
anscheinend gibt es heute Sekt.
Entschuldigung junge Frau: Ich würd‘ lieber Wein haben.

Three Doctors

Wer angesichts der Überschrift denkt, ich hätte bei Spin Doctors – Two Princes etwas durcheinander gebracht, der irrt sich. Doch dieser Post hat trotzdem etwas mit Musik zu tun. Und zwar geht es um den (zugegeben mäßig interessanten aber) lustigen Zufall, dass ich in letzter Zeit auf drei Lieder gestoßen bin, die mir sehr gut gefallen — und — einen Doktortitel haben.

Namentlich sind das Dr. Stein von Helloween (besonders in der „entschärften“ Unarmed-Fassung), Dr. Feelgood von Travie McCoy zusammen mit Cee-Lo Green und Dr. Wanna Do von Caro Emerald.

(Die verlinkten Youtube-Videos gehen leider zum Teil in Deutschland nicht oder nicht mehr. Am besten über ein Webproxy, wie z.B. hidemyass.com anschauen. Also Link kopieren, auf hidemyass.com gehen, Link einfügen, warten, schauen.)

Wer mehr von einem der Interpreten hören will, hier die entsprechenden Alben zu den Titeln: