Archiv für die Kategorie „Musik“

Nette Videos

Mittwoch, 27. Juli 2011

Pünktlich vor Wacken 2011 gibt’s noch einmal etwas Rap hier. Hauptsächlich wegen der gelungenen Videos – nicht dass die Musik schlecht wäre, aber ist wie immer Geschmackssache.

  1. Bad Meets Evil – Fast Lane
  2. Samy Deluxe – Poesie Album

Vorab für alle, die sich wundern, dass ich hier keine YouTube-Videos verlinke: Fast Lane gibt’s für alle aus Deutschland dank der GEMA nicht zu sehen (ich weiß, hidemyass.com hilft – aber das Verlinken ist dann trotzdem ungeschickt) und zu Poesie Album gibt’s dort auch kein offizielles Video.

Nun ganz kurz noch ein Statement zu den Clips selbst:

Eminem und Royce Da 5’9” kommen etwas – ich nenn’s mal – ”amerikanischer” daher: Glänzender, mit mehr Action, mehr Bling, und so weiter. Bei Samy Deluxe erscheint mir alles etwas durchdachter und stimmiger. Vor allem wenn man sieht, dass die komplette Promo für sein neues Album Schwarzweiss farblos daher kommt. Ich habe zuerst das Video von Bad Meets Evil gesehen und fand es gut, weil es nicht alltäglich ist – kein 08/15-Standardvideo. Als ich dann eine Weile später Samys Poesie Album sah, erinnerte es mich sofort an Fast Lane. Ich denke, weil in beiden Fällen viel mit Schrift gearbeitet wird. Keine Ahnung, ob sich Samy von Eminem (bzw. Samys Regisseur von Eminems) inspirieren ließ, ich finde auf jeden Fall, dass beide Clips sehr sehenswert sind. Also hier auch an alle Nicht-Hip-Hop-Hörer: Anschauen lohnt sich!

Zum Schluss noch etwas Werbung für die beiden Alben:

Hell: The Sequel von Bad Meets Evil (also Eminem und Royce Da 5’9”) und Schwarzweiss von Samy Deluxe.

„In meinem iPod rotiert dieser Friedrich Kautz“

Mittwoch, 2. Februar 2011

Weil in allen Medien die, die für uns alle stehen
weitgehend hohle Scheiße reden
hat Rap in D kein leichtes Leben
findet nur statt im Fernsehen
als Skandal mit seichten Themen
was wieder Grund gibt, sich für seinen Job am Mic zu schämen
und genau deswegen: Bin ich der Beweis dagegen

So ist es: Rap hat in Deutschland einen schweren Stand. Und das hat auch einen ganz einfachen Grund: Er ist größtenteils schlecht! Klar klingen diese Textzeilen arrogant… aber Prinz Pi, mit bürgerlichem Namen Friedrich Kautz, hat Recht. In meinen Augen auch damit, dass er der Beweis dagegen ist. Im gleichnamigen Song nennt er außer sich auch noch viele weitere Deutsch-Rapper, die seiner Meinung nach belegen, dass Sprechgesang auf Deutsch nicht immer niveaulos und flach sein muss. Es gibt neben dem tot gehörten, anstrengenden, oft lächerlichen, wenig abwechslungsreichen „Gangster-Rap“ viele interessante Stile. Casper, Dendemann, Jan Delay, Samy Deluxe, K.I.Z., Blumentopf und nicht zuletzt Pi beweisen, dass es auch anders geht. Mit Einflüssen aus allen möglichen anderen Musikrichtungen – aus Reggae, Funk oder Rock. Mit lustigen, übertriebenen, karikierenden, improvisierten oder auch bewegenden, lyrischen Texten.

Klar, es ist immer noch Hip-Hop. Also wer dem Genre einfach nicht aufgeschlossen ist, wird es schwer haben, sich damit anzufreunden. Aber wer Interesse an guter Musik hat, egal aus welcher Richtung, der wird mir mit Sicherheit bei dem ein oder anderen der oben genannten Künstler zustimmen. Ich finde ein Zitat von Samy Deluxe, aus seinem Buch „Dis wo ich herkomm“ lässt sich gut auf dieses Thema übertragen: „Wenn man mich fragt, waren und sind die hübschesten Frauen stets ein Mix. Also ist es offensichtlich, dass es ein [...] Vorteil ist, wenn sich die Rassen mischen, für mich zumindest.“ Oder um es mit den Worten der Beginner zu sagen: „Wer Hip-Hop macht aber nur Hip-Hop hört, betreibt Inzest!“

Das Schlusswort des eingangs erwähnten Albums „Rebell ohne Grund“ klingt noch lange nach und ist so – finde ich – quasi prädestiniert für das Ende dieses Posts.

Ich knall’ die Tür zu: Tschüss deutscher Rap!
Hallo Musik… Ich bin da. Vielen Dank für die Einladung
anscheinend gibt es heute Sekt.
Entschuldigung junge Frau: Ich würd’ lieber Wein haben.

Three Doctors

Samstag, 6. November 2010

Wer angesichts der Überschrift denkt, ich hätte bei Spin Doctors -- Two Princes etwas durcheinander gebracht, der irrt sich. Doch dieser Post hat trotzdem etwas mit Musik zu tun. Und zwar geht es um den (zugegeben mäßig interessanten aber) lustigen Zufall, dass ich in letzter Zeit auf drei Lieder gestoßen bin, die mir sehr gut gefallen — und — einen Doktortitel haben.

Namentlich sind das Dr. Stein von Helloween (besonders in der “entschärften” Unarmed-Fassung), Dr. Feelgood von Travie McCoy zusammen mit Cee-Lo Green und Dr. Wanna Do von Caro Emerald.

(Die verlinkten Youtube-Videos gehen leider zum Teil in Deutschland nicht oder nicht mehr. Am besten über ein Webproxy, wie z.B. hidemyass.com anschauen. Also Link kopieren, auf hidemyass.com gehen, Link einfügen, warten, schauen.)

Wer mehr von einem der Interpreten hören will, hier die entsprechenden Alben zu den Titeln:

Wacken Open Air 2010

Donnerstag, 12. August 2010

Nur noch 358 Tage, dann geht es wieder los. Hoffentlich auch für mich, denn auch mein drittes WACKÖÖÖÖN war toll.

Anreise war dieses Jahr schon Dienstagmittag und so blieb uns noch ein kompletter Tag, um uns zu akklimatisieren bevor die ersten Bands spielten.

Am Mittwoch war dann endlich alles aufgebaut und so konnten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück in Ruhe das “Holy Wacken Land” anschauen. Dann, um 20:00 Uhr ging es los. Eine der berühmtesten Feuerwehrkapellen der Welt eröffnete das 21. Wacken Open Air: Die W:O:A Firefighters. Nach ein paar Liedern ging es dann auch direkt weiter zur Wackinger Stage, wo Fiddler’s Green ein bisschen irischen Folk-Rock zum Besten gaben. Letzte Band des Abends für uns waren die Absolventen der Royal Scottish Academy of Music and Drama und Sieger des BBC-Talentwettbewerbs “When Will I Be Famous” Red Hot Chilli Pipers, die sich sehr über die vielen feiernden Zuschauer freuten (Blogeintrag der Pipers zum Auftritt in Wacken).

Der Donnerstag startete mit einer geheimnisvollen Secret Show auf dem Red Bull Tour Bus, bei der wir Apocalyptica erwarteten, da die auf den Plakaten und Shirts auftauchten, aber in keiner Running Order zu finden waren. Und so war es dann auch. Sie spielten fast eine Stunde lang einen bunten Mix aus bekannten, alten Liedern und Stücken vom kommenden Album. Auf jeden Fall ein gelungener Start in den ersten wirklich echten Festival-Tag.

Der “offizielle” Opener Skyline (natürlich wieder inklusive Special Guests) — die erste Band auf einer der richtig großen Bühnen — startete kurz darauf um 16:00 Uhr. Doch das gleich richtig: Mit, unter anderem, Doro und Udo Dirkschneider (U.D.O., Accept) rockten die Herren fortgeschrittenen Alters ordentlich.

Nächste Band unseres Interesses war Svartsot um 17:00 Uhr auf der kleinen Wackinger Stage. Doch leider konnten wir nicht ganz bis zum Ende bleiben, denn direkt danach ging um 18:00 Uhr die “Night To Remember” los. Und zwar mit keinem geringeren als Alice Cooper, der sofort mal “School ‘s out” raus haute. Auch den Rest der der 90 Minütigen Show war kurze Weile angesagt. Sowohl musikalisch als auch was die Performance angeht macht dem alten Schock-Rocker so schnell keiner was vor.

Alice Cooper auf dem W:O:A 2010

Weiter ging’s dann mit Mötley Crüe, denen wir jedoch nur von der Seite aus zusahen, damit wir unseren Platz für DEN Headliner nicht verlieren. Denn um 21:30 Uhr war es endlich so weit; das Warten hatte ein Ende: Iron Maiden rockte die 75000 Metalheads. Leider waren selbst die zwei Stunden Spieldauer zu kurz um alle Klassiker zu spielen. Aber nichtsdestotrotz war es ein geniales Konzert und ein toller Abschluss der Night To Remember 2010.

Auch am Freitag wollten wir wieder das volle Programm wahrnehmen, zuerst stand um 11:45 Uhr frühmorgens Amorphis auf dem Plan. In Kombination mit dem reichhaltigen Frühstück gleich ein ordentlicher Muntermacher. Danach ging es in den Schatten des Bierstands zur interessanten Band Orphaned Land, um etwas auszuruhen und vor Hackneyed im Zelt ordentlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die Nachwuchs-Death-Metaler (Durchschnittsalter 17 Jahre) stehen den Großen in nichts nach und screamten, growlten und knüppelten was das Zeug hielt. An dieser Stelle noch kurz Werbung für eine sympathische Truppe aus Niedersachsen: Die Wreckingcrew Knesebeck.

Direkt im Anschluss ging es zurück in den Schatten, von wo aus wir die apokalyptischen Reiter anschauten. Danach war kurze Pause, was Bands anging. Wir hörten noch kurz von der Seite Kamelot zu, bevor um 20:30 Uhr Angela Gossow von Arch Enemy losbrüllte. Leider konnten wir nicht das komplette Konzert anhören, da es sich komplett mit Tarja (ehemalige Nightwish-Frontfrau) — inklusive Mike Terrana an den Drums — überschnitt. Persönliches Highlight des Tages war Tarja’s Performance des Nightwish-Hits Wishmaster. Ich hätte nicht damit gerechnet live noch einmal in den Genuss dieses Songs zu kommen. Großartig!

Ab diesem Zeitpunkt wurde der Tag richtig anstrengend, denn nun ging es los vor die kleine Wackinger Stage zu Equilibrium, die natürlich den gesamten Pagan-Metal-Fan-Teil der 75000 Rocker anzog. Dementsprechend “kuschelig” ging es im Bühnenbereich zu. Nach und nach erkämpften wir uns einen Platz von dem aus wir wenigstens einigermaßen bis zur Band sahen. Doch das hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Trotz neuem Sänger waren auch viele alte Songs in der Setlist, was mich sehr freute. Auch die Auswahl der Tracks des neuen Albums gefielen mir gut. Insgesamt für mich einer der Top-Auftritte des W:O:A 2010. Nach Equilibrium gleich das nächste Highlight (zwar nicht 100%-ig mein Geschmack aber definitiv ein Must-Have-Seen für jeden Wacken-Besucher): Thrash-Metal-Kult-Band Slayer.

Auch der letzte Wacken-Tag startete einigermaßen früh. Erste Band auf der True Metal Stage war Caliban — Metalcore-Band aus dem Ruhrpott — um 13:15 Uhr. Nach dem darauf folgenden Mittagessen und auf der Wiese chillend Kampfar und Overkill lauschen, rockten die holländischen Melodic-Metaler Delain die Party Stage. Danach noch kurz bei W.A.S.P. vorbei geschaut, bevor es zu Varg ins Zelt ging. Sowohl wir Zuschauer/-hörer als auch die Band hatten enorm viel Spaß und das konnte man allen Beteiligten auch anmerken. Schön war’s! Allerdings auch kräftezehrend. Doch was tut man nicht alles um möglichst viele tolle Bands zu sehen.

Nach einer knappen Viertelstunde Pause spielten Cannibal Corpse. Doch da es nicht so richtig unseren Geschmack traf, ging es schon sehr pünktlich weiter in Richtung Wackinger Stage, wo die Färinger (so heißen die Einwohner der Färöer-Inseln) von Tyr ihr kleines Land ordentlich repräsentierten. Kurz vor Ende der Show mussten wir dann erneut die Location wechseln. Dieses mal in hin zur True Metal Stage, um einmal mehr Tobi Sammet und seinen Mannen von Edguy zuzuschauen. Die Setlist war für meinen Geschmack zu sehr auf die neuen Lieder ausgerichtet aber es war trotzdem ganz nett die Power-Metaler nach dem W:O:A 2005 mal wieder live zu sehen.

Das war es dann auch schon fast mit dem Wacken Open Air 2010, da wir in der Nacht noch abreisen mussten (Danke, Deutsche Bahn! — aber das ist eine andere Geschichte). Letzte Band für dieses Jahr und somit sowieso schon Highlight die hochgelobten Orden Ogan. Leider nur auf der Wackinger Stage, was zur Folge hatte, dass es wieder recht eng wurde. Aber die Jungs lieferten eine tolle Show ab und schienen selbst begeistert ob der begeisterten Crowd. Sehr toll war das Recording eines Live-Tracks und natürlich DER Orden-Ogan-Song “We’re Pirates” mit Ex-Running-Wild-Gitarrist Majk Moti und einem Gast-Sänger, dessen Namen ich mir nicht merken konnte. Alles in Allem ein gelungener Auftritt zum Abschluss eines genialen Festivals!

Metalheads, see you in Wacken 2011 — rain or shine!

Too much Matsch: Southside 2010

Dienstag, 22. Juni 2010

Immer noch von leichten Nachwehen gezeichnet hier erst einmal nur ein ganz kurzer Beitrag zum Southside 2010:

Dem Southside drohte am Freitag bereits vor Beginn des Festivals aufgrund von Unbespielbarkeit des Platzes die Absage. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag regnete es über 80ml/qm [vermutlich ein Tippfehler, sollte wahrscheinlich eher 800ml/qm heißen] und nur ein immenses Aufgebot an Manpower, Eisenplatten, über 500 Kubikmetern Hackschnitzel und diverse LKW-Auflieger Stroh, sowie schweres technisches Gerät machten die erfolgreiche Durchführung aber glücklicherweise doch möglich. Die widrigen Wetterbedingungen taten der Stimmung keinen Abbruch: Die allgemeine Gemütslage war ausgezeichnet.

Dieses Zitat von der Southside-Page lässt schon vermuten, wie es in Neuhausen ob Eck am vergangenen Wochenende ausgesehen hat. Zur visuellen Unterstützung noch ein Foto von meinen Schuhen nach dem Weg vom Parkplatz zum Einlass am Freitag und eins vom Festival-Gelände heute Mittag beim Abbau.

Southside: Matsch-SchuheSouthside: Festival-Gelände

Abschließend ein vorläufiges Fazit: Trotz krassen äußeren Bedingungen war es wieder sehr toll! Highlights für mich waren vor allem die ersten Bands, die ich am Samstag- und Sonntagmittag gesehen habe (Samstag: Katzenjammer, LaBrassBanda und Enter Shikari, Sonntag: Skindred) sowie der unbestritten “Beste wo gibt” (Dendemann), die Beatsteaks und The Specials.