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Nette Videos

Pünktlich vor Wacken 2011 gibt’s noch einmal etwas Rap hier. Hauptsächlich wegen der gelungenen Videos – nicht dass die Musik schlecht wäre, aber ist wie immer Geschmackssache.

  1. Bad Meets Evil – Fast Lane
  2. Samy Deluxe – Poesie Album

Vorab für alle, die sich wundern, dass ich hier keine YouTube-Videos verlinke: Fast Lane gibt’s für alle aus Deutschland dank der GEMA nicht zu sehen (ich weiß, hidemyass.com hilft – aber das Verlinken ist dann trotzdem ungeschickt) und zu Poesie Album gibt’s dort auch kein offizielles Video.

Nun ganz kurz noch ein Statement zu den Clips selbst:

Eminem und Royce Da 5’9“ kommen etwas – ich nenn’s mal – „amerikanischer“ daher: Glänzender, mit mehr Action, mehr Bling, und so weiter. Bei Samy Deluxe erscheint mir alles etwas durchdachter und stimmiger. Vor allem wenn man sieht, dass die komplette Promo für sein neues Album Schwarzweiss farblos daher kommt. Ich habe zuerst das Video von Bad Meets Evil gesehen und fand es gut, weil es nicht alltäglich ist – kein 08/15-Standardvideo. Als ich dann eine Weile später Samys Poesie Album sah, erinnerte es mich sofort an Fast Lane. Ich denke, weil in beiden Fällen viel mit Schrift gearbeitet wird. Keine Ahnung, ob sich Samy von Eminem (bzw. Samys Regisseur von Eminems) inspirieren ließ, ich finde auf jeden Fall, dass beide Clips sehr sehenswert sind. Also hier auch an alle Nicht-Hip-Hop-Hörer: Anschauen lohnt sich!

Zum Schluss noch etwas Werbung für die beiden Alben:

Hell: The Sequel von Bad Meets Evil (also Eminem und Royce Da 5’9“) und Schwarzweiss von Samy Deluxe.

„In meinem iPod rotiert dieser Friedrich Kautz“

Weil in allen Medien die, die für uns alle stehen
weitgehend hohle Scheiße reden
hat Rap in D kein leichtes Leben
findet nur statt im Fernsehen
als Skandal mit seichten Themen
was wieder Grund gibt, sich für seinen Job am Mic zu schämen
und genau deswegen: Bin ich der Beweis dagegen

So ist es: Rap hat in Deutschland einen schweren Stand. Und das hat auch einen ganz einfachen Grund: Er ist größtenteils schlecht! Klar klingen diese Textzeilen arrogant… aber Prinz Pi, mit bürgerlichem Namen Friedrich Kautz, hat Recht. In meinen Augen auch damit, dass er der Beweis dagegen ist. Im gleichnamigen Song nennt er außer sich auch noch viele weitere Deutsch-Rapper, die seiner Meinung nach belegen, dass Sprechgesang auf Deutsch nicht immer niveaulos und flach sein muss. Es gibt neben dem tot gehörten, anstrengenden, oft lächerlichen, wenig abwechslungsreichen „Gangster-Rap“ viele interessante Stile. Casper, Dendemann, Jan Delay, Samy Deluxe, K.I.Z., Blumentopf und nicht zuletzt Pi beweisen, dass es auch anders geht. Mit Einflüssen aus allen möglichen anderen Musikrichtungen – aus Reggae, Funk oder Rock. Mit lustigen, übertriebenen, karikierenden, improvisierten oder auch bewegenden, lyrischen Texten.

Klar, es ist immer noch Hip-Hop. Also wer dem Genre einfach nicht aufgeschlossen ist, wird es schwer haben, sich damit anzufreunden. Aber wer Interesse an guter Musik hat, egal aus welcher Richtung, der wird mir mit Sicherheit bei dem ein oder anderen der oben genannten Künstler zustimmen. Ich finde ein Zitat von Samy Deluxe, aus seinem Buch „Dis wo ich herkomm“ lässt sich gut auf dieses Thema übertragen: „Wenn man mich fragt, waren und sind die hübschesten Frauen stets ein Mix. Also ist es offensichtlich, dass es ein […] Vorteil ist, wenn sich die Rassen mischen, für mich zumindest.“ Oder um es mit den Worten der Beginner zu sagen: „Wer Hip-Hop macht aber nur Hip-Hop hört, betreibt Inzest!“

Das Schlusswort des eingangs erwähnten Albums „Rebell ohne Grund“ klingt noch lange nach und ist so – finde ich – quasi prädestiniert für das Ende dieses Posts.

Ich knall‘ die Tür zu: Tschüss deutscher Rap!
Hallo Musik… Ich bin da. Vielen Dank für die Einladung
anscheinend gibt es heute Sekt.
Entschuldigung junge Frau: Ich würd‘ lieber Wein haben.

Three Doctors

Wer angesichts der Überschrift denkt, ich hätte bei Spin Doctors – Two Princes etwas durcheinander gebracht, der irrt sich. Doch dieser Post hat trotzdem etwas mit Musik zu tun. Und zwar geht es um den (zugegeben mäßig interessanten aber) lustigen Zufall, dass ich in letzter Zeit auf drei Lieder gestoßen bin, die mir sehr gut gefallen — und — einen Doktortitel haben.

Namentlich sind das Dr. Stein von Helloween (besonders in der „entschärften“ Unarmed-Fassung), Dr. Feelgood von Travie McCoy zusammen mit Cee-Lo Green und Dr. Wanna Do von Caro Emerald.

(Die verlinkten Youtube-Videos gehen leider zum Teil in Deutschland nicht oder nicht mehr. Am besten über ein Webproxy, wie z.B. hidemyass.com anschauen. Also Link kopieren, auf hidemyass.com gehen, Link einfügen, warten, schauen.)

Wer mehr von einem der Interpreten hören will, hier die entsprechenden Alben zu den Titeln:

Dis wo ich herkomm

Samy Deluxe - Dis wo ich herkomm
Samy Deluxe - Dis wo ich herkomm

Kurz nach dem tollen neuen Album von Samy Sorge Rapper Samy Deluxe ist nun (eigentlich erst am 2.6. aber Amazon war früher dran) auch sein erstes Buch erschienen. Wie auch das Album trägt es den Namen „Dis wo ich herkomm„.

Hiermit folgt er scheinbar dem aktuellen Trend vieler (halb-)promienenter (Ex-)Musiker, die aus Beschäftigungsmangel oder Zeitüberfluss (oder weil sie Geld brauchen und das Material für ein neues Album fehlt) ihre Lebensgeschichte niederschreiben.

Hierzu sollte ich eigentlich eine komplette Seite aus dem Buch zitieren, aber da ich zu faul bin sie abzuschreiben, hier ein paar kleine Auszüge:

[…] ich bin ein Rapper. Was soll ich denn für ein Buch schreiben? Möglich, dass ich zwischenzeitlich in einem Anfall von Größenwahn phantasiert habe, wie ich als gemachter Mann mit Zigarre im Mundwinkel auf der Veranda meiner Villa auf Hawaii sitze und irgendeinem Schreiberling meine Lebensgeschichte erzähle, die dann mit ein paar dazugedichteten Extras eine Bestsellerbiographie werden würde. Aber abgesehen von solchen Gedanken? Nein. Niemals. […]

Ich hab doch nicht mal Abi. Darf ich überhaupt ein Buch schreiben, geschweige denn veröffentlichen? […]

Und nun habe ich also ein Buch geschrieben.
Was für ein Buch?
Auf jeden Fall ein ehrliches Buch. Meine Geschichte. Aber nicht in der eben erwähnten hawaiianischen Halbwahrheiten-Variante, sondern in meinen Worten. Eine Art Biographie, aber nicht einfach eine Aneinanderreihung von Fakten, Namen, Daten und Orten, sondern eine Analyse meiner eigenen Entwicklung, besonders im Bezug auf dieses Deutschland, in dem wir leben, ausgehend von Zitaten aus meinen Texten. Schon vor etwa einem Jahr, als das neue Album so gut wie fertig war, merkte ich, dass ich zu diesen Themen mehr zu sagen habe, als ich in Liedern unterbringen kann, ohne den Zeitrahmen zu sprengen – und nur noch fünfzehnminütige Songs wären anstrengend.

Ich bin zwar erst auf Seite 17, aber bis dahin muss ich sagen: Ich bin positiv überrascht, wie interessant ich Samys Mix aus Erzählung, Analyse und Biografie finde.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nie „so eine blöde Biografie“ eines Promis, der Angst davor hat aus den Schlagzeilen zu verschwinden, zu kaufen. Auch als ich zum ersten mal mitbekommen habe, dass noch ein Rapper ein Buch veröffentlichen will, dachte ich erstmal nichts Gutes darüber.

Doch während ich mich zum (damals) kommenden Album von Samy informiert habe, bin ich auf so mache Information zum gleichnamigen Buch gestoßen, die mich neugierig gemacht hat. Ich wollte wissen, ob er es wirklich schafft, keine langweilige Autobiografie voller Geschichten, wie cool er sei und wie hart sein Weg zum Erfolg gewesen wäre, zu schreiben.

Ich erwartete also nicht viel von dem Buch und vielleicht bin ich auch gerade deswegen positiv überrascht.

Allerdings würde ich trotzdem niemandem zum Kauf raten, der kein Interesse an Werdegang und Weltanschauung von (dem erwachsen gewordenen) Samy Deluxe hat.

Für alle anderen könnte es durchaus interessant sein, wie der junge, dauerbreite und Deutschland hassende Rapper, zu einem erwachsenen Mann geworden ist, der über die Welt, ihre Zukunft und die Gründe warum alles so ist, wie es ist, nachdenkt – und ein Buch darüber schreiben muss, weil er zu viel zu erzählen hat, um es in seinen Songs unterzubringen.

Album: Gamma Ray – Land Of The Free II

Nach dem Knockout Festival letzte Woche dachte ich mir, ich koennte mir ja mal wieder ein Album zulegen.
Meine Wahl fiel dann auf die „aktuelle“ Veroeffentlichung von Gamma Ray: Land Of The Free II.

Es avancierte sofort zu meinem derzeitigen Lieblingsalbum und ist auf jeden Fall ein lohnenswerter Kauf fuer alle Metal-Freunde.

Ich weiss garnicht, welches Lied ich am Besten finde, da so viele geniale Lieder unter den 12 Tracks sind. Die Spieldauer betraegt knapp ueber 65 Minuten, was heutzutage leider auch nicht mehr selbsverstaendlich ist.

Das Album ist recht abwechslungsreich. Mal etwas haerter, mal ein wenig gediegener, aber ohne echte Balladen, was mich eher freut als dass es stoeren wuerde.

Eine recht treffende Rezension kann man hier lesen.