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Nach dem Mord ist vor dem Wahlkampf

Wie die TAZ berichtet ist sich die CSU nicht wirklich einig, wie man mit dem Mord in der Münchner S-Bahn umgeht. Während Parteivorsitzender Horst Seehofer darauf achten will, dass „dieses ernste Thema nicht zum Gegenstand von wahlkämpferischen Auseinandersetzungen in unserem Land wird“, erhebt Peter Ramsauer „schwere Vorwürfe gegen die SPD“, Innenminister Joachim Herrmann fordert mehr Überwachung an S-Bahnhöfen und Stephan Mayer will Erwachsenenstrafrecht für volljährige Täter unter 21 Jahren.

Seehofer nennt verschiedene Ansätze um Vorkommnisse wie dieses zu verhindern. Die Punkte sind Schulen, Polizeipräsenz, Überwachung und Repression … und natürlich muss man auch die Killerspiele besser vom Markt fern halten. (Was wäre auch die CSU ohne ihren Lieblings-Sündenbock)

Aber nicht nur die CSU will mit schnellen und „billigen Antworten“ auf die brutale Tat reagieren. Auch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ist für mehr Polizeikontrollen an Bahnhöfen und Rupert Scholz von der CDU fordert harte Strafen für Gaffer.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass hier von allen Seiten versucht wird mit der Bluttat Wahlkampf zu machen, ist die Tatsache, dass die Zahl von Gewaltverbrechen im Münchner Nahverkehr im letzten Jahr um 23% gesunken ist und auch schon seit Jahren abnimmt.

Warum man diesen Trend eher umgekehrt wahrnimmt, ist eine schwierige Frage. Vielleicht sind die wenigeren Taten dafür brutaler geworden. Oder die Medien nehmen diese Verbrechen häufiger in ihr (überregionales) Programm auf, als noch vor ein paar Jahren.

Quellen:
Reaktionen auf S-Bahn-Mord: Billige Antworten
Tod im Münchner S-Bahnhof: Doppeltes Spiel der CSU

Selten so etwas Peinliches gesehen

Als ich das Wahlkampf-Video von CSU-Bundestagskandidat Hartmut Koschyk zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich „das ist doch wohl ein schlechter Scherz“. Und so ging es nicht nur mir, sondern auch den ersten paar Personen, denen ich den Link weitergeleitet habe.

Es beweist nicht nur, dass die CSU keine Ahnung von Ästhetik hat, sondern auch, dass sie sich keine Gedanken macht, welche Zielgruppe sie auf YouTube antrifft (bzw. wie diese Zielgruppe denkt).

Denn anders kann man sich dieses unglaublich schlechte und peinliche Video nicht erklären. Handwerklich sowie auch inhaltlich eine Zumutung. Ich suche immernoch nach einer Erklärung dafür, wie dieses Video über den offiziellen CSU-Account auf YouTube gestellt werden konnte.

Vielleicht auch einfach um Hits zu generieren oder weil schlechte Publicity besser ist als keine.

Ich zweifle – noch mehr als ohne hin schon – an der Intelligenz der CSU, falls dies ein ernst gemeintes Werbe-Video sein soll.

So. Genug der Worte. Hier das Meisterwerk: